Jägerprüfung

Die Jagdprüfung erfolgreich abschließen

Hier findest du alles rund um die Jagdprüfung in deinem Bundesland. Ich gebe dir Tipps, wie du dich optimal auf die Jägerprüfung vorbereitest, was du dabei beachten solltest und welche Lehrmittel dich unterstützen können.

Falls du Fragen oder Anregungen hast, schreibe mir einfach eine E-Mail an christopher@jaegerschmiede.de

Ich freue mich auf deine Fragen, Anregungen und Feedback.

Der Vorbereitungskurs zur Jägerprüfung


Ist der Vorbereitungskurs für dich verpflichtend?
 

Die Vorbereitungskurse haben das Ziel, dich optimal auf die Jägerprüfung vorzubereiten. In elf Bundesländern wird für die Teilnahme an der Jägerprüfung der Besuch eines Vorbereitungskurses vorausgesetztDazu gehören die Bundesländer Bayern, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz, Saarland, Schleswig-Holstein und Thüringen. In den übrigen fünf Bundesländern (Berlin, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Sachsen-Anhalt) ist es dir also freigestellt, ob du für die Vorbereitung auf die Jägerprüfung eine Jagdschule besuchst. Generell kannst du zwischen den Jagdschulen der Landesjagdverbände bzw. der Kreisgruppen oder den privaten Jagdschulen wählenEine dritte und unbekanntere Variante ist die Vorbereitung über einen Fernschul-Kurs z.B. der sgd in Zusammenhang mit dem Besuch einer stationären Jagdschule. Weitere Informationen zu den verschiedenen Kursformen findest du auf unserer Seite zum Thema Jagdausbildung. Hier erfährst du nochmal genau, wie du die Kursform findestdie auf deine individuellen Bedürfnisse abgestimmt ist.  

Ist die Vorbereitung auf die Jägerprüfung, ohne Jagdschule, eine gute Idee? 
Wir sagen, Nein! Hierbei kommt es aber auch ganz auf deine Beweggründe für diese Entscheidung an. Grundsätzlich sollte dir bewusst sein, dass du viel Wissen benötigst, um die Jägerprüfung zu bestehen. Nicht umsonst wird die Jägerprüfung auch „grünes Abitur“ genannt. Wenn du z. B. einen jagdlichen Hintergrund hast und durch Freundes- oder Familienkreis schon viele Vorkenntnisse hast, kann das selbständige Lernen ohne Jagdschule eine Alternative sein. Die wichtigste Voraussetzung für das Lernen in Eigenregie ist, dass diese Lernform auch zu dir passt. Ein Selbststudium fordert ein hohes Maß an Selbstdisziplin und Eigenmotivation, die bei einem Kurs in einer Jagdschule ohnehin schon hoch sein mussHinterfrage dich daher selbst: Was möchte ich damit erreichen, wenn ich mir den Weg in eine Jagdschule erspare?  

  • Zeitersparnis? 
    Wenn es dir um eine Zeitersparnis geht, bedenke bitte, dass die Jagdausbilder und Jagdausbilderinnen in den Jagdschulen durch ihre jahrelange Erfahrung genau wissen, wie sie dich optimal und schnellstmöglich auf die Jagdprüfung vorbereitenZudem sind die Ausbilder mit der Prüfungsordnung in dem jeweiligen Bundesland vertraut und kennen die gerne gestellten Fragen der Prüfer. Sie kennen die Prüfungsräume und wissen auch wie die einzelnen Prüfer so drauf sind. Solltest du dennoch Zeit sparen wollen, könnten die Kompaktkurse verschiedener Jagdschulen für dich interessant sein. Bedenke aber bitte auch, dass du dich aufgrund der Kürze eines Kompaktkurses schon individuell im Voraus auf den Kurs vorbereiten solltest, da sonst unter Umständen die Zeit in dem Kompaktkurs nicht ausreicht. Die Jagdschule deines Vertrauens kann dir hier in jedem Fall weitere Auskünfte geben.  

Zwar ist die Zeit für die meisten von uns immer knapp, aber wenn du dir die Zeit nimmst und dich ausgiebig mit dem Thema Jagd beschäftigst, wird sich dir eine komplett neue Welt erschließen. Das verspreche ich dir. 

  • Geld sparen? 
    Es kann durchaus verlockend klingen, die Kosten für den Jagdschulkurs zu sparen und sich im Selbststudium auf die Jägerprüfung vorzubereiten. Es gibt auch verschiedene Standartwerke, wo du alle relevanten Inhalte nachlesen kannst. Dazu habe ich dir unter den Rubriken „Lehrmittel der Verlage“ (mehr erfahren) und „Digitale Lehrmittel – Apps“ (mehr erfahreneine Aufstellung gemacht, damit du dir einen Überblick über die gängigen Vorbereitungsmittel verschaffen kannst. Bedenke aber auch, dass das Nichtbestehen der Jagdprüfung weiteren Kosten verursacht.  

Also überlege dir gut, ob es dir das wirklich Wert ist, die Kosten und das Geld (?) für die Ausbildung in einer Jagdschule zu sparen. Schließlich triffst du dort auch viele neue und interessante Menschen, mit denen du dich austauschen kannst. Und sind wir mal ehrlich, zusammen und voneinander lernen macht doch immer noch am meisten Spaß und geht am Ende wahrscheinlich auch schneller! Alleine und im Selbststudium musst du ohnehin noch genug für die Prüfung lernen. Ich empfehle dir daher auf jeden Fall den Besuch einer Jagdschule! Die Wissensvermittlung an einer Jagdschule bietet dir viele Vorteile. Zum einen hast du die Möglichkeit, das theoretische Wissen mit der Praxis zu verknüpfen. Des Weiteren haben die Ausbilder meistens einen guten Kontakt zu den Prüfern. Deshalb können sie dir genau sagen, welche Themengebiete und Prüfungsfragen für diese besonders relevant sind.  

Du hast noch offene Fragen zur Jagdausbildung? Du weißt noch nicht, ob der Jagdschein überhaupt das richtige für dich ist? Wir haben auf unserer Seite einige Antworten für dich zusammengetragen. Sollten dennoch Fragen offen bleiben, schreib mir doch einfach eine Mail an christopher@jaegerschmiede.de 

Vorbereitung auf die Jägerprüfung


Für eine
 erfolgreiche Vorbereitung gilt es, den Spagat zwischen den Präsenzveranstaltungen in der Jagdschule und dem eigenverantwortlichen Lernen zu Hause zu finden. Anders gesagt: Viele JagdscheinanwärterInnen können den Ausführungen und Erklärungen des Ausbilders/der Ausbilderin folgen und verstehen auch erst einmal die Zusammenhänge. Das heißt während des Unterrichts scheint erstmal alles logisch. Das Entscheidende ist aber, die gelernten Inhalte aus dem Kurzzeitgedächtnis in das Langzeitgedächtnis zu holen. Und hier trennt dich die Spreu vom Weizen. Es ist also entscheidend, die Unterrichtseinheiten im Nachgang zu Hause nachzubearbeiten und sich eigene Notizen, Übersichten, Lernzettel etc. anzufertigen. Dies wird häufig unterschätzt. Denke daran, dass die Unterrichtseinheiten dir einen ersten Zugang zu den Lehrinhalten geben sollen und dir offene Fragen beantworten sollenFür das festigen dieser Inhalte bist du dann verantwortlich.  

Insbesondere Menschen, die lange aus der Schule oder dem Studium raus sind und das Lernen wieder lernen müssen, seien die folgenden Abschnitte ans Herz gelegt.  

Deine perfekte Lern-Routine  

Es ist deine Jagdprüfung, dementsprechend auch deine individuelle VorbereitungEs gibt zwei wesentliche Punkte, die du wissen solltest, um deinen perfekten Lernrhythmus zu finden.  

  1. Routinen und Lerntechniken lassen sich am besten umsetzen, wenn du weißt, welcher Lerntyp du bist. Generell wird zwischen vier Lerntypen unterschieden: der visuelle, der auditiveder haptische und der kommunikative LerntypDabei ist der Mensch in den meisten Fällen eine Mischung aus den verschiedenen Typen. Im Internet gibt es verschiedene Tests, um herauszufinden, welcher Lerntyp du bist.

  2. Achte immer darauf, dass du die Wahrscheinlichkeiten des Behaltens der Lehrinhalte maximierst. Das bedeutet, je nachdem wie du den Lernstoff bearbeitest, verändert sich die Verarbeitung und Abspeicherung im Gehirn. Um dich optimal auf die Jägerprüfung vorzubereiten, orientiere dich an dieser Übersicht 

Quelle: Effektiv Lernen – So gehts!: Für Schüler, Studenten und Erwachsene 

 

Fazit: Je mehr Kanäle du bei der Informationsaufnahme gleichzeitig ansprichst, desto eher wird diese Information behaltenAchte also darauf, dass deine Lernunterlagen sowohl „hören“, „sehen“ und „selbst machen“ vereinen. Insbesondere digitale Inhalte mit vielen Videoelementen und interaktiven Tests helfen dir die Wahrscheinlichkeit des Behaltens zu erhöhen. 
 

Die 10 besten Lerntipps für die Vorbereitung auf deine Jagdprüfung 

  1. Lerne kontinuierlich 

Regelmäßiges Lernen ist effektiver als den Lernstoff geballtz.B. einen ganzen Sonntag lang abzuarbeitenStarte z.B. mit Lerneinheiten von 1 h pro Tag und 5 Tagen die Woche und schaue, wie du dich im Vergleich zu den anderen Jagdscheinanwärtern schlägst. Dies ist ein guter Indikator, um zu schauen, ob du deine Lernzeiten erhöhen solltest oder nicht. 

2. Nutze bereits vorhandene Routinen 

Es gibt Dinge in deinem Alltag, die sich ständig wiederholen. Ob Zähneputzen, Frühstücken oder die Fahrt zur Arbeit/Schule/Uni, nutze diese Zeit, um z. B. Lernbrücken oder Schemata durchzugehen. Achte hierbei auf deinen natürlichen Rhythmus. Wenn du eher ein(e) Frühaufsteher(in) bist, solltest du nicht unbedingt deine Lernaktivitäten in die Nacht verlegen.  

3. Abonniere eine Jägerzeitschrift  

Auch hier schaffst du es wieder die Lehrinhalte in deinen Alltag zu holen. Hier findest du interessante Artikel, die dir zum einen das Jägervokabular, die sog. Weidmannssprache, näherbringen und dir helfen, das Gelernte in einen aktuellen Kontext zu setzen. Oft findest du in den Zeitschriften sogar einen Quiz-Teil mit Wissensfragen für die Jägerprüfung.

4. Verstehen und nicht auswendig lernen 

Bringe das Gelernte in einen logischen Zusammenhang. Zum Beispiel kannst du im Fachgebiet Wildtierkunde die Trage-, Setz- und Brunftzeiten des Wiederkäuenden Schalenwildes auswendig lernen. Einfacher und nachhaltiger ist es aber, die Zusammenhänge zu verstehen und zu wissen das der Lebenszyklus der Tiere maßgeblich vom Sonnenlicht beeinflusst wird und die Jahreszeiten eine wichtige Rolle spielen. Auch wenn du in der Prüfung einmal den Faden verlieren solltest, helfen dir Zusammenhänge, die richtige Antwort herzuleiten.  

5. Grenze die Lerninhalte ein 

Hier hilft dir in den meisten Fällen dein Ausbilder. Dieser pflegt oft guten Kontakt zu den Prüfern und weiß genau, welche Themen besonders oft geprüft werden. Dies ist besonders hilfreich, wenn du eines oder mehrere Lehrbücher, wie Krebs, Seibt, Heintges etc. studierst. Diese bieten zwar eine Fülle an detaillierten Lehrinformationen, sind aber an einigen Stellen zu ausführlich für die Jagdprüfung. Dies ist zwar super für da stetige Weiterbilden und Nachschlagen auch nach der Jägerprüfung, aber kann dich für die konkrete Vorbereitung für deine Jägerprüfung überfordernHilfe findest du auch in moderneren eLearning Konzepten oder Apps, die sich konkret auf die Jägerprüfung konzentrieren. 

6. Kenne deine Prüfungsordnung 

Auch das wird dir helfen, die Lehrinhalte einzugrenzen. In den einzelnen Prüfungsordnungen der Bundesländer werden die Inhalte der einzelnen Prüfungsabschnitte erläutert. Hier erfährst du genau, was du lernen musst, um den schriftlichen und mündlichen Teil, sowie das jagdliche Schießen zu meistern.  

7. Beantworte die Warum-Frage? 

Deine Motivation und dein Ehrgeiz werden unerschöpflich sein, wenn du dir diese Frage beantwortest. Warum mache ich den Jagdschein? Warum möchte ich die Jägerprüfung bestehen? In der Jägerprüfung kommt es auch gut und gerne vor, dass diese Frage vom Prüfer gestellt wird. Wenn du dir im Vorhinein darüber Gedanken machst, kannst du hier souverän antworten. 

8. Tausche dich aus 

Das ist natürlich auch eine Frage des Lerntyps, aber in den meisten Fällen bietet der Austausch über das Gelernte einen hohen Mehrwert. Dieser Austausch kann z. B. durch regelmäßige Lerntreffen mit anderen Jagdscheinanwärtern erfolgen. Wissensinhalte verankern sich tief im Gedächtnis, wenn sie mit eigenen Worten wiedergegeben werden. Beim Erklären von Sachverhalten offenbaren sich oft noch vorhandene WissenslückenAuf der anderen Seite hast du die Chance, Fragen zum Lernstoff zu stellen und von den Erklärungen und Eselsbrücken der Anderen zu profitieren. 

Selbstverständlich stehst du auch im ständigen Austausch mit deinem Ausbilder oder vielleicht auch schon mit anderen Jägern, von dem du sehr profitieren wirst.   

9. Zeit, Zeit und nochmals Zeit 

Die Jägerprüfung ist sehr umfangreich und wird nicht umsonst auch als „grünes Abitur bezeichnetIn der brandenburgischen Prüfungsordnung ist z.B. vorgeschrieben, dass die theoretische Ausbildung mindestens 150 Stunden umfasst (§ 3 Abs. 1 JPO). Hinzu kommen dann noch deine eigenen Lernzeiten für die Aufbereitung und VertiefungWenn du genügend Zeit einplanst stellst du sicher, dass die Vorbereitung auf die Jägerprüfung nicht in Stress ausartet, sondern Spaß bleibtWenn es mal kurzzeitige Stressphasen gibt, ist das normal und kann sogar hilfreich sein. Allerdings ist ein dauerhafter Stresszustand kontraproduktiv und behindert ein effektives Lernen. Stelle dir dein Gehirn als Muskel vor. Wie beim Training im Fitnessstudio, gilt es: „In den Pausenzeiten wächst der Muskel“. Das bedeutet, plane neben den Lernzeiten auch Ruhephasen ein (wie z. B. ausreichend Schlaf, Zeit mit Freunden/Familie etc.) Dein Unterbewusstsein verarbeitet hier die Lerneinheiten und schafft wichtige Verknüpfungen. 

10. Was mir am meisten geholfen hat 

Für mich war die Kombination aus Austausch (Besuch von Messen, Drückjagden, Gespräche mit anderen JagdschülerInnen und JägerInnen) und dem eigenständigen Lernen die beste Kombination. Beim eigenständigen Lernen habe ich mir am liebsten selbst kleine Übersichten und Zusammenfassung erstellt. Meistens waren das kleine Schaubilder, die ich dann überall im Haus verteilt habe. Mit dem neuen Wissen bin ich dann häufig mit meinem Hund und anderen Mitspazierenden raus gegangen und habe versucht, ihnen alles, was ich bereits gelernt habe direkt in der Natur zu erklären.  

 

Wenn du diese Lerntipps berücksichtigst und mit Herz und Verstand bei der Sache bist, garantiere ich dir, dass du deine Jagdprüfung mit Erfolg meistern wirst. Ich wünsche dir viel Erfolg dabei und freue mich, dich davor, dabei und auch noch danach begleiten zu dürfen